• Sarah Leuenberger

Stillstand.

Die Welt steht still. Wie ein Computer wird unsere Erde heruntergefahren.

Shutdown. Neu starten ist momentan unmöglich. Der Computerfachmann hat auch keine Zeit, sich um meinen fast neuen Computer zu kümmern. Es gäbe einige ältere Modelle, die jetzt zuerst an der Reihe sind. Verständlich. Der Computer ist für viele ein lebenswichtiges Gerät geworden, ohne ihn geht nichts mehr. Nun heisst es entschleunigen. Zurück zu Blatt und Stift.


Tagtäglich werden wir mit News rund um das Coronavirus konfrontiert. Wörter wie Quarantäne, Ausgangssperre, COVID 19, Lockdown und so weiter beherrschen unseren Alltag. Einige mögen es nicht mehr hören und zeigen dem Virus die kalte Schulter. Andere wiederum buhlen regelrecht nach Informationen und den neusten Zahlen von Infizierten und Verstorbenen.

Panik macht sich breit in der Bevölkerung. Als Ausland-Schweizerin auf Madeira lebend, bekomme ich beide Seiten mit. Einerseits sehe ich die wohlhabende Schweiz, meine Heimat, wo ich mich immer gut aufgehoben und sicher fühlen durfte. Zudem kenne ich das Gesundheitssystem und vertraue darin. Sich aber plötzlich bewusst zu werden, dass auch die Schweiz angreifbar und verletzlich ist, hat mich ganz schön aufgerüttelt. Auf der anderen Seite steht da meine wunderschöne Wahlheimat Portugal. Obwohl ich schon seit 5 Jahren hier lebe, habe ich bislang (glücklicherweise) nur wenige Erfahrungen mit dem hiesigen Gesundheitssystem gemacht. Die Regierung ist allerdings krisenerprobt. Vor allem Naturkatastrophen musste man in den letzten Jahren immer wieder ausstehen. Überschwemmungen, Waldbrände, Erdbeben, Hochwasser und letztes Jahr auch das tragische Busunglück.


Wie reagiert wohl eine Insel, die ganzjährig vom Tourismus lebt, auf das Coronavirus?

Die Antworten des Bürgermeisters kamen im Vergleich zur Schweiz sehr früh, obwohl man noch keine positiven Fälle verzeichnete. Hafen, Flughafen, Schulen, Restaurants, Badeanstalten, ja sogar die Wanderwege – alles zu. Auf der Autobahn wird man des Öfteren daran erinnert, dass man zu Hause bleiben soll. Dies ist seit gestern in ganz Portugal sogar Pflicht. Eine 2-wöchige Ausgangssperre wurde ausgerufen. Für den Tourismus ein Schlag ins Gesicht, aber die Gesundheit der Bevölkerung steht jetzt natürlich an oberster Stelle.


Nur vereint können wir das Coronavirus besiegen. Rassismus, Hass und Angst gegenüber Asiaten und mittlerweile leider auch gegen Europäer, hilft niemandem weiter. Das Virus macht vor Nationalitäten keinen Halt.


Meinem Computer gönne ich erstmals eine Verschnaufpause. Ich hoffe, dass er bald bald wieder betriebsbereit ist und in Zukunft etwas schonender mit seinen Ressourcen umgeht.


Stay safe & healthy ! We are one!

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