• Sarah Leuenberger

Madeiras kleine Schwester

Gesund, golden und unverdorben; das ist Porto Santo. Obwohl nur 42 km von Madeira entfernt, könnten die zwei Inseln unterschiedlicher wohl nicht sein. Während es viele Touristen vor allem wegen der üppigen Natur und den tollen Wanderwegen nach Madeira zieht, zeigt sich Porto Santo eher karg und flach. Baumheide, Wacholder und eindrückliche Drachenbäume zierten ursprünglich das Landschaftsbild der Insel. Im Jahre 1420, kurz nach der Besiedelung wurde Porto Santo großflächig für die Landwirtschaft gerodet. Der Drachenbaum gilt auch heute noch als Wahrzeichen der Insel. Beim genauen Hinsehen findet man noch uralte Exemplare von „Dragoeiros“.


Heilender Sandstrand

In den letzten Jahren habe ich Porto Santo immer mal wieder besucht. An dem wunderschönen 9 km langen, goldenen Sandstrand kann man sich einfach nicht satt sehen und jedes Mal gerate ich in diesen „WoW-Effekt“. Die morgendlichen Spaziergänge entlang des glasklaren, türkisfarbenen Wassers versetzen mich fernab in die Karibik.

So geht es natürlich nicht nur mir, sondern auch vielen Madeirenser oder Festland-Portugiesen, welche ihre Sommerferien im Juli und August auf der „Ilha dourada“, der goldenen Insel, verbringen. Der Strand von Porto Santo gewann mehrere Auszeichnungen und gehört mittlerweile zu den Top 15 von Europa. Dank des karbonhaltigen Sandes, der sich aus Korallen, Muscheln und Seeigelsedimente zusammensetzt, hat er durchaus therapeutische Eigenschaften und eine heilende Wirkung, gerade für Rheumapatienten. Außerdem soll das Meerwasser aufgrund der hohen Konzentration an Spurenelementen wie Strontium, Chrom und Jod gesundheitsfördernd wirken – vor allem bei chronischen Hautkrankheiten wie Neurodermitis und Schuppenflechte. Einige Hotels sind auf Thalassotherapie (griech. Therapie des Meeres) spezialisiert und bieten dementsprechende Behandlungen an. Als Alternative kann man sich auch selber am Strand einbuddeln und die wohltuende Wärme auf Haut und Knochen spüren.

Wasserratten kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Ob Stand up Paddeln, Kitesurfen, tauchen oder einfach nur „plantschen“ und Sandburgen bauen. Porto Santo ist auch für Kinder ein wahres Paradies.



Aktiv die Insel entdecken

Vielleicht kommt irgendwann mal der Zeitpunkt, wo man als "Bewegungs-Mensch" genug hat vom gemütlichen Strandleben. Die beste Möglichkeit, Porto Santo zu entdecken ist per Fahrrad. Im Hauptort Vila Baleira kann man Bikes mieten und zum Beispiel der Ciclovia (Fahrradweg) bis nach Calheta folgen, wo man unvergessliche Sonnenuntergänge erlebt. Wer lieber zu Fuss unterwegs ist, findet auch auf Porto Santo ausgeschilderte Wanderwege, z.B auf die höchsten "Hügel" wie den Pico Branco (450m) oder den Pico do Castelo ( 438m). Am eindrücklichsten ist aber der Pico de Ana Ferreira mit einer gigantischen Basaltsäulenorgel – ein Traum für alle Kletterer.

Früh aufzubrechen lohnt sich bei den Wanderungen auf Porto Santo, denn Wald und Schatten sind eine Seltenheit und die Nachmittags -Hitze nicht ideal für Wandertouren. Die offiziellen Wanderwege findet man hier.


Infobox rund um Porto Santo:


COVID 19:

Seit dem 1.Juli 2020 ist Madeira und Porto Santo touristisch wieder zugängig und die bis dahin obligatorische Quarantäne wurde aufgehoben. Für die Einreise nach Madeira gelten folgende Voraussetzungen:

  • Vorweisung eines negativen PCR-Tests (COVID-19-Test), welcher nicht älter als 72 h vor Einreise sein darf

  • Schnelltest bei Einreise am Flughafen von Madeira (Dauer ca. 1 h). Das Testergebnis liegt allen getesteten Personen innerhalb von 12 h vor. Bis das Ergebnis vorliegt, soll man sich in Selbstisolation begeben und die Unterkunft nicht verlassen.

Bei negativem Test-Ergebnis kann die Reise ungehindert fortgesetzt werden.

Sollte der Test positiv sein, kommt man für 7 Tage in ein "Quarantäne-Hotel". Danach erfolg ein erneuter Test. Die Kosten für alle Tests, Unterkunft, Verpflegung und Behandlung werden von der Regionalregierung Madeiras übernommen.


Anreise von Madeira: mit der Fähre ab Hafen Funchal erreicht man Porto Santo in 2.5 h.

Preise, Fahrplan und Tickets unter www.portosantoline.pt

oder per Flugzeug in 20min. mit Binter Canarias

Momentan gibt es auch direkte Charterflüge ab Köln (Eurowings) oder ab Lissabon (TAP).

An schönen Strandhotels und Unterkünften mangelt es auf der Insel nicht, obwohl zur Hochsaison vieles sehr teuer und früh ausgebucht ist. Auf der Homepage der Fähre findet man immer wieder mal Kombi-Angebote für Fähre/Hotel für z.B ein verlängertes Wochenende.


Meine Top 5:

Restaurants: Pé na Água / Casa do velho dragoeiro / Vila Alencastre / Casa d Avo

Beachbar: O Corsário

Café mit Ausblick: Bar Moinho das Lombas

Kultur: Museum von Christoph Columbus

Shop für tolle Bademode: Loja Beachway, Av. Henrique Vieira de Castro, Vila Baleira



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